20190617 Abschied BS GL ZI 10

Zum Ende des Schuljahres 2018/2019 musste sich das Pascal-Gymnasium wieder einmal von drei langjährigen Kolleginnen und Kollegen verabschieden: Angelika Gleisenstein-Wende, Paul Breitenstein und Mathias Zimmer gingen nach der Zeugnisausgabe nicht nur in die Sommerferien, sondern in den wohlverdienten Ruhestand.

Doch bevor sich die Schulgemeinschaft im Juli von ihnen verabschiedet, treffen sich die drei Pädagogen noch einmal zum obligatorischen Abschiedsinterview: Alle drei hatten die Aufgabe, etwa drei Gegenstände, die symbolisch für ihre jeweiligen Fächer und für ihre Zukunftspläne stehen, mitzubringen. Und als zuverlässige Lehrkräfte haben sie natürlich auch ihre Hausaufgaben gemacht: Auf einem der geschwungenen Tische im CDI liegt nun ein buntes Sammelsurium, das nun besprochen wird.

Die Runde einigt sich schnell darauf, alphabetisch vorzugehen, und so beginnt Mathematik- und Physiklehrer Paul Breitenstein: Er hat für seine beiden Fächer zwei Gegenstände mitgebracht, die nicht nur für die Bandbreite der Naturwissenschaften, sondern auch symbolisch für die technischen Errungenschaften und den Wandel der Unterrichtsmethoden der letzten Jahre stehen: Eine schlichte Schnur und ein Smartphone. „In meinen beiden Fächern konnte man schon in meiner eigenen Schulzeit mit einer Schnur viele Dinge auf einfache Art anschaulich erklären – und zur Not eine Runde „Schweinchen auf der Leiter“ spielen, wenn einem langweilig wurde“, fügt er verschmitzt hinzu. „Ein Smartphone ist im Unterricht unglaublich kreativ einsetzbar, das war in den letzten Jahren auch für mich äußerst spannend – selbst große Forschungsteleskope in Australien und auf Hawaii können Schülerinnen und Schüler damit vom Klassenraum aus steuern.“ Geboren 1954 in Ahaus, besuchte er mangels Alternative das humanistische Alexander-Hegius-Gymnasium. „Dort musste ich mich mit drei Sprachen herumquälen, dabei lagen die mir gar nicht“, gibt er lachend zu. Nach dem Abitur 1975 studierte er an der WWU Münster zunächst Mathematik und Physik auf Diplom. „Die Lektüre der Schriften „Pädagogik der Befreiung“ des Brasilianers Paolo Freire hat mich in dieser Zeit jedoch so beeindruckt, dass ich dann doch das Staatsexamen abgelegt habe und Lehrer wurde.“ Das Referendariat leistete er von 1982 bis 1984 in Münster am Schillergymnasium und am Kettler-Berufskolleg ab, seine erste Stelle trat er 1984 am Westfalen-Kolleg Dortmund an, wo er bis 2011 blieb, bis er schließlich zum Pascal-Gymnasium wechselte. „In Dortmund hat es mir gut gefallen, aber die tägliche Fahrerei war doch sehr belastend. Die Zeit konnte ich dann in Münster besser in den MINT-Bereich am Pascal-Gymnasium investieren.“ Und das tat er mit großem Erfolg: Dass das Pascal-Gymnasium inzwischen MINT-EC-Schule ist, hat es Paul Breitenstein zu verdanken. Viele Stunden außerunterrichtlicher Arbeit, viele Gespräche mit Sponsoren und Wissenschaftlern, viele AGs – das alles trug dazu bei, dass in diesem Jahr erstmalig im Rahmen einer Feierstunde elf Abiturientinnen und Abiturienten die MINT-EC-Zertifikate verliehen werden konnten.

Nun ist die Dame der Runde an der Reihe: Angelika Gleisenstein-Wende, die am Pascal-Gymnasium nicht nur Geschichte und Deutsch unterrichtet, sondern auch viele Generationen von Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern kompetent und fürsorglich betreut hat. Geboren 1953 in Kamp-Lintfort, besuchte sie erst die dortige Realschule, dann die Oberstufe des Staatlichen Gymnasiums in Rheinkamp, wo sie 1972 ihr Abitur ablegte. Zu Studium der Germanistik, Geschichte und Publizistik zog es sie nach Münster, nach dem Examen 1978 nach Bochum zum Referendariat am Gymnasium am Ostring. Die erste  Stelle trat Angelika Gleisenstein-Wende am Ostendorf-Gymnasium in Lippstadt an, es folgte einige Jahre am Gymnasium Dionysianum in Rheine, wo sie anfing, die AKO- bzw. ABBA-Tätigkeit zu übernehmen, die sie auch nach ihrer Versetzung nach Münster im Jahr 2009 mit viel Freude wahrnahm. Und auch Angelika Gleisenstein-Wende hat Gegenstände dabei, die man schnell mit ihren Fächern assoziieren kann: Mit einem Lächeln zieht sie ihren schlanken alten Teleskop-Zeigestock hervor, der in jedes Etui passt. „Dieses schöne Medium wurde früher für Wandkarten genutzt, aber die Schülerinnen und Schülern leihen sich auch auch heute meinen treuen Begleiter immer wieder aus, um ihn bei Präsentationen zu nutzen. Ich habe ihn daher immer in der Tasche. Er ist ein schönes Symbol für den Geschichtsunterricht: In Geschichte zeigt man, wie die Welt war und wie sie geworden ist. Das hat mir immer große Freude gemacht.“ Für das Fach Deutsch liegt der Lyrikband „So knallvergnügt – 100 Gedichte über das Glück“ auf dem Tisch: „Das war das Abschiedsgeschenk eines Deutsch-LKs, mit dem ich mich sehr gut verstanden habe. Ich habe immer sehr gerne Deutsch unterrichtet, und wann immer mich jemand fragt, was ich beruflich machte, war meine erste Antwort ‚Deutschlehrerin‘.“ Was sie an dem Fach so fasziniert? Die Antwort kommt schnell: „In Zeiten von politischem Populismus ist es wichtig, die jungen Menschen für Sprache zu sensibilisieren.“ Aber auch das schönste Fach hat seine Schattenseite, die Korrekturen. „Mit Geschichts-LK und Deutsch-Kursen in der Oberstufe ist man lange Zeit mit dem Korrigieren von Klausuren beschäftigt. Daher steht auf meinem Schreibtisch zu Hause dieser Bilderrahmen mit dem sehr wahren Spruch ‚Am Ende Deines Lebens wirst Du nicht bedauern, nicht noch mehr Zeit mit Korrekturen verbracht zu haben.‘ Das muss man sich immer wieder klar machen“, lacht Angelika Gleisenstein-Wende. Nach unzähligen Stunden über Korrekturen ist ihr Wunsch für die Zukunft verständlich, zu dessen Illustration sie einen Sportschuh und Tennisbälle mitgebracht hat: „Ich möchte gerne mehr Sport machen, Tennis und Radfahren zum Beispiel. Und wie wohl jeder Lehrer, der in den Ruhestand geht, freue auch ich mich auf die Unabhängigkeit von den Schulferien. Ich reise unheimlich gerne und habe vor ein paar Jahren angefangen, mir die UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten Deutschlands zu ‚erfahren‘. Das werde ich – hoffentlich neben Reisen ins Ausland – weiterverfolgen.“

Nun ist Mathias Zimmer an der Reihe, wie immer bescheiden hat er sich bisher zurückgehalten. Geboren 1956 in Clausthal-Zellerfeld machte er dort 1974 am Robert-Koch-Gymnasium das Abitur, danach studierte er Schulmusik und Mathematik in Hannover: „Das Studium war die schönste Zeit: Es war der pure Luxus, mich acht Semester ausschließlich mit Musik beschäftigen zu dürfen, dann folgten sechs Semester Mathe.“ Nach dem ersten Staatsexamen 1981 folgte von 1982 bis 1983 das Referendariat in Osnabrück, die erste Stelle trat Mathias Zimmer im Februar 1984 in Sögel im Emsland an, wo er sieben Jahre blieb. Über Melle und Osnabrück kam er 2002 ans Pascal-Gymnasium in Münster. Mathias Zimmer hat – sein Fächer Mathematik und Musik sind daran leicht zu erraten – einen Taschenrechner und das Unterrichtswerk „Chor aktuell“ sowie einen Fotoapparat als Symbol für die Zukunft mitgebracht. „Einen Taschenrechner hat man als Mathelehrer immer dabei. Das hier ist ein Standard-Exemplar wie es schon seit Jahrzehnten verwendet wird. Den Umgang mit dem GTR musste ich genau wie die Schüler im Alltag erlernen. Mir war es immer wichtig, ihnen zu zeigen, wie man sinnvoll mit diesem Hilfsmittel umgeht. Um die Grundlagen kommt man nämlich nicht herum, sie bleiben immer wichtig. Ich hatte wirklich Spaß daran, mich in den GTR hinein zu fuchsen.“ Einen Ausgleich zum Hauptfach hatte Mathias Zimmer in der Musik: „Dieses Chorbuch hat mich lange begleitet, ich hatte immer wieder sangesfreudigen Klassen, in denen ich es gerne eingesetzt habe.“ Unzählige Konzertbeiträge entstanden so aus dem Unterricht. „Im Alltag bleibt aber neben der Arbeit Einiges auf der Strecke. Ich freue mich sehr, dass ich nun endlich wieder Zeit zum Komponieren haben werde.“ Und zum Fotographieren, wie er an seinem dritten Gegenstand erklärt: „Diese alte Schätzchen ist ein Erbstück meines Vaters.“ Sofort setzt sich Paul Breitenstein die Brille auf und begutachtet die Voigtländer Kamera interessiert. Mathias Zimmer fährt fort: „Ich liebe Schwarz-Weiß-Fotographie. Ich freue mich darauf, in aller Ruhe analoge Fotos zu schießen und selbst zu entwickeln.“

Am Ende zaubert auch Paul Breitenstein noch seinen Gegenstand für die Zukunft heraus und hält ihn in die Höhe und sieht seine beiden Kollegen an: „Das ist ein kleines Stück eines Asteroiden, und wenn ich es jetzt fallen lasse, ist es sozusagen eine Sternschnuppe, die nur für unsere Zukunft fällt – wünscht Euch etwas, aber ganz leise...!“

Wir bedanken uns bei Angelika Gleisenstein-Wende, Paul Breitenstein und Mathias Zimmer für ihre langjährige Arbeit, unzählige gute Gespräche und schöne Momente, und wünschen ihnen – selbstverständlich wie gefordert ganz leise, aber aus vollem Herzen – alles Gute, Glück und vor allem Gesundheit für ihre Zukunft!

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